Was versteht man unter Fixed-Income-Futures und wie funktionieren sie?

Ein Fixed-Income-Future ist eine Art von Futures-Kontrakt bei dem Anleger eine Vereinbarung zum Kauf oder Verkauf von Anleihen zu einem vorher festgelegten Kurs an einem bestimmten Datum in der Zukunft treffen. Sie werden typischerweise entweder zum Hedging oder für Spekulation auf zukünftige Zinssätze verwendet.

Im Gegensatz zu Optionen gehen bei Futures per Definition sowohl der Käufer (Long-Position) als auch der Verkäufer (Short-Position) eine Verpflichtung ein. Zum Zeitpunkt des Ablaufs ist der Käufer verpflichtet, die zugrunde liegenden Anleihen zu kaufen und der Verkäufer ist verpflichtet, die zugrunde liegenden Anleihen zu liefern. Zum Beispiel haben Euro-Bund-Futures (FGBL), die an der Eurex gehandelt werden, deutsche Staatsanleihen als Basiswert. Wenn ein Anleger also eine Long-Position hat, ist er oder sie verpflichtet, diese zugrunde liegenden deutschen Staatsanleihen bei Fälligkeit zu kaufen, wenn die Position nicht vorher geschlossen wurde.

Im Allgemeinen besteht ein umgekehrtes Verhältnis zwischen den Zinssätzen am Markt und dem Kurs eines Fixed-Income-Futures. Wenn zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsen senkt, bedeutet das, dass der Kurs der zugrunde liegenden Anleihe steigt, und somit auch der Kurs des Fixed-Income-Futures.

Käufer und Verkäufer von Fixed-Income-Futures haben unterschiedliche Erwartungen darüber, wie sich der Wert des Basiswerts entwickeln wird. Käufer erwarten einen Rückgang der Zinssätze und einen Anstieg der Anleihekurse. Andererseits erwarten die Verkäufer einen Anstieg der Zinssätze und einen Rückgang der Anleihekurse.

Wie funktionieren Fixed-Income-Futures?

Im Gegensatz zu anderen Finanzprodukten, wie z. B. Aktien, zahlen die Anleger bei Futures nicht den vollen Barbetrag im Voraus und besitzen den zugrunde liegenden Anlagewert nicht. Stattdessen hinterlegen sie eine Anfangsmarge, um die Futures-Position einzugehen. Die Höhe der erforderlichen Marge ist ein Prozentsatz des Kontraktwerts. Bei DEGIRO finden Sie neben dem Namen eines Produkts die Risikokategorie, die angibt, wie viel Marge hinterlegt werden muss, um in den Kontrakt einzusteigen.

Da anfangs nur ein bestimmter Prozentsatz des Kontraktwerts aufgebracht werden muss, sind Fixed-Income-Futures stark gehebelte Finanzinstrumente. Das bedeutet, dass geringe Kursbewegungen eine große Auswirkung haben können. Wenn die Margen-Anforderung höher ist, muss ein Anleger in der Regel mehr Marge hinterlegen, um die Future-Position einzugehen. Dies wiederum führt zu einer geringeren Hebelwirkung.

Future-Kontrakte haben eine minimale Kursabstufung, um die ein bestimmter Kontrakt schwanken kann, die sogenannte Tick-Größe. Dies ist in den Kontraktspezifikationen festgelegt, die von der Börse bestimmt werden. Der Tick-Wert hingegen ist der tatsächliche Geldbetrag, der pro Kontrakt und Tick-Bewegung gewonnen oder verloren wird, und entspricht der Tick-Größe multipliziert mit der Kontraktgröße.

Wie und wann werden Fixed-Income-Futures abgerechnet?

Eine Besonderheit von Futures ist, dass sie täglich abgerechnet werden. Am Ende eines jeden Handelstages wird der Marktschlusskurs von der Börse ermittelt, an der der Future gehandelt wird. Dieser wird als täglicher Mark-to-Market-Kurs (MTM) bezeichnet und ist für jeden gleich. Es gibt tägliche Mark-to-Market-Abrechnungen, bis der Kontrakt abläuft oder die Position geschlossen wird.

Der tägliche Barausgleich ist die Differenz zwischen dem Schlusskurs von t-1 und t. Je nach Ergebnis wird das Konto des Kontraktinhabers entweder belastet oder erhält eine Gutschrift. Wenn zum Beispiel bei der täglichen Abrechnung der Kurs der Anleihe gestiegen ist, führt dies zu einer Gutschrift auf dem Konto des Käufers und zu einer Belastung auf dem Konto des Verkäufers.

Wenn bei DEGIRO der Kontostand des Inhabers einer Short-Position durch eine Abbuchung unter die Maintenance Margin fällt, erhält er oder sie einen Margin Call und muss mehr Geld auf das Konto einzahlen oder Positionen auflösen. Wenn der Anleger den Fehlbetrag nicht innerhalb der im Margin Call angegebenen Frist ausgleicht, greift DEGIRO ein und schließt Positionen im Namen des Anlegers, um den Fehlbetrag zu decken. Wenn DEGIRO eingreifen muss, fallen zusätzliche Gebühren an.

Bei Ablauf eines Fixed-Income-Futures erfolgt in der Regel eine physische Lieferung. Das bedeutet, dass ein Anleger mit einer Long-Position das Recht auf die Lieferung der zugrunde liegenden Anleihen hat. Im Gegensatz dazu werden andere Arten von Futures, beispielsweise Index Futures, in bar abgewickelt.

DEGIRO übernimmt keine physische Lieferung der zugrunde liegenden Anleihen bei Ablauf. Die Anleger müssen daher ihre Position(en) vor dem Ablauftermin schließen. Eine Long-Position kann ein Anleger schließen, indem er oder sie eine gegenläufige Order zum Verkauf der Anzahl von Kontrakten eingeht, in denen er oder sie eine Position hat. Bei einer Short-Position erteilt ein Anleger einen Kaufauftrag für die Anzahl der Kontrakte, in denen er oder sie eine Position hat, um diese zu schließen.

Wo finden Sie Informationen über einen Fixed-Income-Future?

Da Fixed-Income-Futures standardisierte Kontrakte sind, die an einer Börse gehandelt werden, finden Sie Informationen über die Kontraktspezifikationen auf der Website der Börse. Weitere Informationen zu den Eigenschaften und Risiken des Produkts finden Sie in seinem Key Information Document (KID). Sie finden das KID auf der DEGIRO-Plattform, wenn Sie auf den Namen eines Produkts klicken und dann „Dokumente“ auswählen. Das Symbol und der ISIN-Code eines Fixed-Income-Futures sind immer für den jeweiligen Future einzigartig.

Was sind die Risiken und die Rendite des Anlegens in Fixed-Income-Futures?

Der Handel mit Fixed-Income-Futures kann gewinnbringend sein, ist aber auch mit dem Risiko von Verlusten verbunden. Es ist möglich, mehr als den angelegten Betrag zu verlieren. Da der Kurs der zugrunde liegenden Anleihen nicht unter Null sinken kann, ist der maximale Verlust bei einer Long-Position in einem Fixed-Income-Future auf den Kontraktwert der Position begrenzt. Da der Kurs der zugrunde liegenden Anleihen theoretisch unbegrenzt steigen kann, ist der Gewinn bei einer Long-Position potenziell unbegrenzt. Bei Short-Positionen ist der potenzielle Verlust unbegrenzt und der Gewinn ist auf den Kontraktwert der Position begrenzt.

Anlegen in Fixed-Income-Futures mit DEGIRO

Bei DEGIRO können Sie Futures an einer Reihe von angeschlossenen Terminbörsen handeln. Alle von uns angebotenen Future-Kontrakte finden Sie auf der Plattform, wenn Sie auf dem „Produkte“-Reiter „Futures“ auswählen.

DEGIRO erhebt für den Handel mit Futures Anschlussgebühren, Transaktionskosten und Abwicklungskosten. Sie finden diese Kosten in unserer Gebührenaufstellung. Die Börse, an der der Future gehandelt wird, berechnet möglicherweise ebenfalls eine Provision. Diese Gebühren finden Sie ebenfalls in unserer Gebührenaufstellung.

Die Informationen in diesem Artikel wurden nicht zu Beratungszwecken verfasst, noch mit der Absicht, jegliche Anlagen zu empfehlen. Anlegen ist mit Risiken verbunden. Sie können Ihre Einlage (vollständig oder teilweise) verlieren. Wir raten Ihnen, nur in Finanzprodukte anzulegen, die Sie kennen und mit denen Sie Erfahrung haben.

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Note: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren. Wir empfehlen Ihnen nur in Finanzinstrumente zu investieren, die zu Ihrem Wissen und zu Ihrer Erfahrung passen.

Note:
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