Strukturierte Produkte

Strukturierte Produkte sind eine breite Kategorie von Finanzinstrumenten, mit denen Anleger Kursbewegungen bei bestimmten zugrundeliegenden Anlagewerten nutzen können und die oft nur eine relativ kleine Anlage erfordern. Beispiele für strukturierte Produkte sind unter anderem Turbos, Optionsscheine und (Faktor-)Zertifikate. Mit diesen Produkten können hohe Renditen erzielt werden, was aber oft mit hohen Kosten und Risiken einhergeht. Strukturierte Produkte werden in der Regel von großen Finanzinstituten angeboten. Über unsere Plattform kannst du mit Turbos, Zertifikaten, Optionsscheinen und anderen strukturierten Produkten handeln.

Eigenschaften von strukturierten Produkten

Unterschiedliche strukturierte Produkte können unterschiedliche Eigenschaften haben. Optionsscheine sind eher mit Optionen vergleichbar, Turbos und Zertifikate sind dies hingegen nicht. Strukturierte Produkte können eingesetzt werden, um auf einen Anstieg oder Rückgang eines zugrundeliegenden Anlagewerts zu reagieren. Als zugrundeliegende Werte sind beispielsweise Einzelaktien, Indizes, Rohstoffe oder Währungspaare weit verbreitet. Erwartest du einen Kursanstieg? Dann kannst du ein sogenanntes „Long-Produkt“ erwerben. Mit einer Short-Position hingegen profitierst du von einem Kursrückgang. Viele strukturierte Produkte haben eine integrierte Hebelwirkung. Die Hebelwirkung eines strukturierten Produkts gibt an, um wie viel Prozent sich der Wert des Produkts bewegt, wenn sich der Basiswert um 1 % bewegt. Ein Hebel von 5 bedeutet z. B., dass sich das Produkt um 5 % bewegt, wenn sich der Basiswert um 1 % bewegt.

Wie erwähnt, werden strukturierte Produkte wie Turbos und Optionsscheine von einer Drittpartei ausgegeben, in der Regel einer Bank. Die Bank erwirtschaftet mit diesen Produkten Erträge, indem sie Finanzierungskosten in Form von Zinsen und anderen Kosten berechnet. Darüber hinaus berechnen Broker oft Transaktionsgebühren für diese Art von Produkten.

Ablaufdatum

Strukturierte Produkte können Ablaufdaten haben. Strukturierte Produkte werden in der Regel physisch abgewickelt; manche werden aber auch am Ablaufdatum bar abgewickelt. Das bedeutet, du erhältst entweder Bargeld oder den/die zugrundeliegenden Anlagewert(e), je nachdem, ob das Produkt bei Fälligkeit noch Wert hat. Bei Fälligkeit bestimmt der Emittent, ob ein Restwert vorhanden ist. Wenn ein Restwert vorhanden ist, wird dieser an den Anleger ausgezahlt.

Ein Produkt kann vor dem Ablaufdatum vom Markt genommen werden. Ein Grund dafür kann sein, dass es keinen Markt (keine Käufer und Verkäufer) für ein bestimmtes Produkt gibt. Bei einem Turbo kann dies z. B. auch passieren, wenn das Knock-out-Level des Produkts erreicht ist.

Das Knock-out-Level

Bestimmte strukturierte Produkte, wie Turbos oder Zertifikate, haben ein Knock-out-Level. Wenn der Kurs des Basiswerts unter das Finanzierungslevel fällt, d. h. unter den vom Emittenten finanzierten Betrag des Basiswerts, kann der Emittent die Anlage nicht mehr vollständig zurückgewinnen. Daher haben diese strukturierten Produkte einen integrierten Stop-Loss (Verluststopp), der auch als Knock-Out-Level bezeichnet wird. Sobald diese vorgegebene Grenze erreicht ist, wird das Produkt automatisch beendet. Das bedeutet, dass das Produkt vom Markt genommen und der Handel eingestellt wird. Der Emittent stellt dann fest, ob ein Restwert vorhanden ist, der danach an den Anleger ausgezahlt wird. Es kann auch sein, dass der Wert in dem Moment, in dem das Knock-Out-Level erreicht wird, null ist. Bei einem Turbo ist dies z. B. der Fall, wenn das Knock-Out-Level und das Finanzierungslevel gleich sind. Je näher das Finanzierungslevel am Kurs des Basiswerts liegt, desto größer ist die Hebelwirkung.

Produkte, die ein Knock-Out-Level haben, haben oft auch eine Ratio. Die Ratio gibt an, wie viele Produkte du kaufen musst, um einer Einheit des zugrundeliegenden Anlagewerts zu folgen. Wenn du beispielsweise 1 Turbo auf Shell PLC mit einer Ratio von 10 in deinem Portfolio hast, hast du 0,1 Mal in die zugrundeliegende Aktie (Shell PLC) angelegt.

Wissen, worin du anlegst

Für alle strukturierten Produkte gibt es ein Key Information Document (KID). Dieses dreiseitige Dokument beschreibt die Merkmale, Risiken und Kosten des Produkts. Alle diese Elemente können je nach Produkt unterschiedlich sein. Die Kosten für eine Long-Position setzen sich beispielsweise aus den Transaktionsgebühren des Brokers und den Finanzierungskosten des Emittenten zusammen. Der Emittent berechnet Finanzierungserträge und -aufwendungen für die Bereitstellung der Finanzierung (Erträge für Short-Produkte und Aufwendungen für Long-Produkte). Die Finanzierungskosten findest du im KID. Die Transaktionsgebühren, die der Broker für den Handel mit dem Produkt berechnet, findest du in der Gebührenaufstellung des Brokers.

Es ist wichtig zu bedenken, dass strukturierte Produkte an einer Börse gehandelt werden. An der Börse besteht möglicherweise eine Lücke in der Geld-Brief-Spanne (d. h. dem Preis, zu dem du das strukturierte Produkt kaufst oder verkaufst). Da du bei diesen Produkten nicht mehr Geld verlieren kannst, als du angelegt hast, kann der Emittent einen zusätzlichen Vorbehalt für den Fall machen, dass das Produkt unterhalb des Finanzierungsniveaus abgerechnet wird. Dies wird als Gap-Risikoprämie bezeichnet und ist im Preis eines Produkts enthalten.

Risiko beim Anlegen in strukturierte Produkte

Eine Anlage in diese Art von Produkt ist nicht ohne Risiko. Bei strukturierten Produkten kann man maximal den ursprünglich investierten Betrag verlieren. Dies sind einige der Risiken, die mit der Anlage in strukturierte Produkte verbunden sind:

  • Liquiditätsrisiko: Dieses Risiko kann auftreten, wenn das Produkt nicht oft gehandelt wird und es daher schwierig ist, deine Position zu schließen. In diesem Fall musst du ein Produkt möglicherweise zu einem höheren oder niedrigeren Preis kaufen oder verkaufen, als du erwartet hast.
  • Marktrisiko: Dies ist das Risiko, das entsteht, wenn sich die allgemeinen Marktbedingungen ändern. Dazu können eine Änderung der Zinssätze, eine Änderung der Rohstoffpreise, Aktienrisiko, Wechselkursrisiko usw. gehören.
  • Gegenparteirisiko: Dieses Risiko bezieht sich auf den Ausfall der Gegenpartei. Es kann passieren, dass die ursprünglich im Vertrag festgelegten Bedingungen, Zeiten und/oder Modalitäten nicht vollständig eingehalten werden.
  • Währungsrisiko: Währungsschwankungen können sich auf den Wert deiner Anlagen auswirken. Selbst wenn das Produkt eine positive Wertentwicklung aufweist, können Währungsschwankungen deine Anlage möglicherweise entwerten.

Weitere Informationen zu diesen Risiken findest du auf dieser Seite.

Die Informationen in diesem Artikel wurden nicht zu Beratungszwecken verfasst, noch mit der Absicht, jegliche Anlagen zu empfehlen. Anlegen ist mit Risiken verbunden. Sie können Ihre Einlage (vollständig oder teilweise) verlieren. Wir raten Ihnen, nur in Finanzprodukte anzulegen, die Sie kennen und mit denen Sie Erfahrung haben.

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Anmerkung:
Anlegen birgt Verlustrisiken. Du kannst (einen Teil) deine(r) investierte(n) Mittel verlieren. Wir empfehlen, nur in Finanzprodukte anzulegen, die zu deinem Wissensstand und deiner Erfahrung passen. Dies ist keine Anlageberatung.

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