Was sind Hebelprodukte?

Mit Hebelprodukten ist es möglich, mit einem relativ kleinen Anlagebetrag auf Kurssteigerungen oder -rückgänge zu reagieren. Der Hebeleffekt verstärkt den Effekt der Kursbewegung. Es ist mit Hebelprodukten also möglich, mit einer geringeren ursprünglichen Anlage hohe Renditen zu erzielen. Dem stehen allerdings auch ein hohes Verlustrisiko und oft hohe Kosten gegenüber.

Eigenschaften von Hebelprodukten

Hebelprodukte sind komplexe Finanzprodukte, mit denen auf eine Kursbewegung des zugrundeliegenden Wertes reagiert werden kann. Beliebte zugrundeliegende Werte sind einzelne Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen.

Wenn Sie eine Kurssteigung erwarten, können Sie eine Longposition eingehen. Mit einer Shortposition profitieren Sie dagegen von einem Kursrückgang.

Der Hebel eines Hebelprodukts gibt an, wie viel schneller sich der Wert des Hebelprodukts verändert im Vergleich zum zugrundeliegenden Wert. Ein Hebelprodukt einer Volkswagen-Aktie mit einem Hebel von 5 verändert sich also um 5 %, wenn sich der Kurs der Volkswagen-Aktie um 1 % verändert.

Stoploss-Niveau, Finanzierungsniveau und Verhältnis

Ein Hebelprodukt hat immer drei Kernelemente: Stoploss, Finanzierungsniveau und das Verhältnis. Bei einem Longprodukt kauft der Anbieter den zugrundliegenden Wert, z. B. eine Aktie. Der Großteil dieses Ankaufs wird vom Anbieter finanziert. Der vom Anbieter finanzierte Betrag wird durch das Finanzierungsniveau angegeben. Je näher das Finanzierungsniveau am Preis der Aktie ist, desto größer ist der Hebel.

Fällt der Kurs des Produkts unter das Finanzierungsniveau, kann der Anbieter des Produkts die Einlage nicht mehr vollständig zurückbekommen. Darum haben solche Produkte ein Stoploss-Niveau. Sobald der vorher angegebene Kurs erreicht wird, wird das Produkt automatisch beendet.

Schließlich wird auch ein Verhältnis angegeben. Dieser Faktor zeigt an, wie viele Produkte Sie kaufen müssten, um einer Einheit des zugrundeliegenden Werts zu folgen. Ist das Verhältnis 10, legen Sie mit einem Turbo 0,1-mal in den zugrundeliegenden Wert an.

toelichting van de werking van de hefboom bij turbo's sprinters en speeders

Hebelprodukt Beispiel

Stellen Sie sich vor, Sie erwarten eine Kurssteigerung von Siemens-Aktien, die gerade einen Kurs von 14 € haben. Sie kaufen also ein Longprodukt mit einem Stoploss-Niveau und Finanzierungs-Niveau von 12 € und einem Verhältnis von 1.

Der Anbieter kauft dann die Aktie und finanziert 12 €. Der Wert des Hebelprodukts ist dann 2 €. Wenn der Kurs von Siemens auf 15 € steigt, wird der Wert des Hebelprodukts 3 €. Bei einem Kursrückgang auf 13 € ist das Hebelprodukt nur noch 1 € wert.

Auf diese Art können Sie also mit einem höheren Risiko und einer potenziell höheren Rendite von einer Kurssteigerung profitieren. Sobald das Stoploss-Niveau erreicht ist, wird das Produkt direkt beendet und die Aktie wird vom Anbieter verkauft. Wenn es einen Unterschied zwischen dem Stoploss-Niveau und dem Finanzierungsniveau gibt und das Produkt zu einem höheren Preis als dem Finanzierungsniveau abgewickelt werden kann, erhalten Sie noch einen Restwert.

Ein Longprodukt mit einem Stoploss von 13 € und einem Finanzierungsniveau von 12 € hat einen Restwert von 1 €, wenn es bei 13 € abgewickelt werden kann. Es kann auch passieren, dass eine Aktie bei Börseneröffnung unter dem Finanzierungsniveau eröffnet. Falls das Produkt unterhalb des Finanzierungsniveaus abgewickelt wird, läuft es ohne Wert ab. Mit einem Hebelprodukt können Sie also nie mehr verlieren als die ursprüngliche Anlage.

Kosten von Hebelprodukten

Es ist wichtig zu beachten, dass auf den Teil, der vom Anbieter finanziert wird, Zinsen erhoben werden. Diese Kosten finden Sie auf der Webseite des jeweiligen Anbieters. Außerdem kaufen Sie das Produkt an der Börse. Dort gibt es manchmal einen großen Unterschied zwischen dem Angebots- und dem Nachfragepreis (Bid-Ask-Spread), also dem Preis, zu dem Sie das Produkt kaufen bzw. verkaufen können.

Da Sie bei einem Hebelprodukt nie mehr verlieren können, als sie angelegt haben, kann der Anbieter eine zusätzliche Reserve verlangen für den Fall, dass das Produkt zu einem niedrigeren Preis als das Finanzierungsniveau abgewickelt wird. Das wird auch Gap-Risk-Prämie genannt. Diese Prämie ist in den Kurs des Produkts eingerechnet.

Wenn Sie mit Hebelprodukten handeln, bezahlen Sie auch Transaktionskosten an Ihren Broker. Für mehr Informationen können Sie sich unser Preisverzeichnis ansehen.

Andere Hebelprodukte

Die oben beschriebenen Hebelprodukte sind die Hebelprodukte, die am häufigsten vorkommen. Allerdings ist es möglich, dass auch Produkte, die anders funktionieren, als Hebelprodukte bezeichnet werden. So gibt es beispielsweise auch Hebelprodukte, die versuchen, die Funktionsweise von Optionen zu imitieren. Letztlich bestimmt der Anbieter den Preis und die genaue Funktionsweise des jeweiligen Hebelprodukts. Daher ist es wichtig, dass Sie sich auf der Webseite des Anbieters über die Details des Produkts informieren, das Sie interessiert.

Die Informationen in diesem Artikel sind nicht als Anlageberatung gedacht und sollen keine Anlageprodukte empfehlen. Anlegen birgt Verlustrisiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren. Wir empfehlen, nur in Finanzprodukte anzulegen, die zu Ihrem Kenntnisstand und Ihrer Erfahrung passen.

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Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren. Wir empfehlen Ihnen nur in Finanzinstrumente zu investieren, die zu Ihrem Wissen und zu Ihrer Erfahrung passen.