Straddle-Optionsstrategien: Long Straddle & Short Straddle

Die Straddle-Strategie ist eine Kombinations-Optionsstrategie, die Anleger verwenden, wenn sie erwarten, dass der Kurs eines zugrundeliegenden Werts sich bewegen wird, aber sie sich nicht sicher sind, in welche Richtung das geschehen wird. Sowohl Short als auch Long Straddles sind möglich.

Was ist ein Straddle?

Ein Straddle ist eine bekannte Optionsstrategie, bei der gleichzeitig eine Call-Option und eine Put-Option mit demselben Verfallsdatum gekauft oder verkauft werden. Anleger, die sich für diese Strategie entscheiden, denken, dass es eine Kursbewegung geben wird, aber sind sich nicht sicher, ob der Kurs steigen oder fallen wird. Die Strategie ist sowohl long möglich, d. h. Optionen werden kauft, als auch short, d. h. Optionen werden verkauft.

Long Straddle

Bei einem Long Straddle kauft der Anleger gleichzeitig dieselbe Anzahl an Call- und Put-Optionen mit demselben Verfallsdatum, Ausübungspreis und zugrundeliegenden Wert. Ein Anleger, der einen Straddle kauft, erwartet, dass sich der Wert des zugrundeliegenden Werts stark bewegen wird, weiß allerdings nicht, in welche Richtung diese Bewegung stattfinden wird.

Bei einem Long Straddle macht man Gewinn, falls die Kurssteigung oder der Kursrückgang größer sind als die bezahlten Optionsprämien. Das Gewinnpotenzial ist theoretisch unbegrenzt, solange der Kurs des zugrundeliegenden Werts steigt. Der maximale Gewinn bei einem Kursrückgang ist erreicht, wenn der Kurs des zugrundeliegenden Werts auf 0 sinkt. Anleger können maximal die bezahlte Prämie plus die Transaktionskosten verlieren.

Short Straddle

Bei einem Short Straddle verkauft (schreibt) der Anleger gleichzeitig dieselbe Anzahl an Call- und Put-Optionen mit demselben Verfallsdatum, Ausübungspreis und zugrundeliegenden Wert. Ein Anleger, der einen Straddle verkauft, erwartet, dass der Kurs des zugrundeliegenden Werts sich nicht sehr stark verändern wird.

Die Grenzen werden festgelegt durch den Ausübungspreis der verkauften Call- und Put-Optionen. Ein Vorteil für Verkäufer von Straddles ist, dass der Zeitwert von sowohl Call- als auch Put-Optionen abnimmt, je näher das Verfallsdatum rückt, sodass Anleger Optionen günstiger zurückkaufen und den Straddle schließen können, wenn sie das möchten.

Der Gewinn eines Short Straddle ist begrenzt auf die erhaltene Prämie, während der Verlust theoretisch unbegrenzt ist. Dadurch ist diese Kombinationsstrategie nur für erfahrene Optionsanleger geeignet.

Wann verwendet man einen Long Straddle?

Beispiel: Sie nehmen an, dass der Kurs von Aktien des Unternehmen X kurzfristig stark steigen oder sinken wird gegenüber dem heutigen Kurs von 50 €. Sie können dann sowohl eine Call- als auch eine Put-Option mit einem Ausübungspreis von 50 € kaufen.

Gut zu wissen: Optionen werden meistens mit einer Kontraktgröße von 100 gehandelt.

Wenn wir von einer Optionsprämie von 2,50 € für sowohl die Call- als auch die Put-Optionen ausgehen, haben Sie insgesamt 500 € an Optionsprämien gezahlt (5 €*100). Das bedeutet, dass der Kurs von Unternehmen X um mindestens 10 % (0,1*50 = 5) gegenüber dem heutigen Kurs von 50 € fallen oder steigen muss, damit Sie mit dieser Optionenkombination einen Gewinn machen.

Anders ausgedrückt: Sie machen Gewinn, wenn die Aktien von Unternehmen X am Tag des Verfallsdatums oberhalb von 55 € oder unterhalb von 45 € liegt. Das bedeutet, dass eine deutliche Kursbewegung nötig ist, um mit dieser Strategie einen Gewinn zu machen. Allerdings ist das Gewinnpotenzial auch unbegrenzt.

Straddle

Bleibt der Kurs zwischen 45 € und 55 €, machen Sie mit dieser Strategie Verlust. Die Höhe des Verlusts hängt ab vom restlichen Zeitwert der Optionen. Das sogenannte Theta gibt an, wie stark der Preis einer Option nach Ablauf abnimmt. In diesem Fall ist Theta negativ, d. h. mit der Zeit nimmt der Wert des Long Straddle ab. Zum Verfallsdatum haben die Optionen keinen Zeitwert mehr. Der maximale Verlust dieser Optionsstrategie ist 500 €.

Wann verwendet man einen Short Straddle?

Beispiel: Sie gehen davon aus, dass sich der Kurs von Unternehmen X nicht stark verändern wird. In dem Fall können Sie Straddles verkaufen. Dies wird Short Straddle genannt. Sie tun dies, indem Sie sowohl Call- als auch Put-Otpionen mit einem Ausübungspreis von 50 € zum selben Verfallsdatum verkaufen. Mit dem geschriebenen Call verpflichten Sie sich, die Aktien zu einem Preis von 50 € zu liefern, währen der verkaufte Put Sie verpflichtet, 100 Stück von Aktie X für 50 € zu kaufen.

Insgesamt erhalten Sie dafür 500 € (5 € Prämie*100). Wenn der Kurs zwischen 45 € und 55 € bleibt, machen Sie Gewinn. Der maximale Gewinn von 500 € wird erreicht, wenn beide Optionen bei 50 € wertlos ablaufen. Anders als beim Long Straddle ist der mögliche Verlust hier unendlich, falls der Kurs des geschriebenen Calls immer weiter steigt. Um dies zu decken, können Sie sich dazu entscheiden, Aktien von Unternehmen X zu halten.

Vorteile der Straddle-Optionsstrategie

Mit der Long-Straddle-Strategie haben Anleger die Chance auf unbegrenzten Gewinn, während das Verlustrisiko durch die bezahlten Optionsprämien begrenzt bleibt. Anleger profitieren sowohl von einer starken Aufwärts- als auch Abwärtsbewegung des Kurses.

Die Short-Straddle-Strategie erfordert keine Investition: Sie erhalten direkt Einkommen aus den Optionsprämien. Die Prämien sind i. d. R. hoch bei at-the-money- oder near-the-money-Optionen, d. h. bei Optionen, die auf oder in der Nähe des heutigen Kurses der Aktie liegen. Außerdem arbeitet die Zeit bei einem Short Straddle in Ihrem Vorteil: Der Zeitwert von sowohl Call- als auch Put-Optionen wird mit der Zeit immer kleiner und letztendlich null.

Nachteile der Straddle-Optionsstrategie

Bei der Long-Straddle-Strategie sind große Kursbewegungen nötig, um Gewinn zu machen. Außerdem läuft der Zeitwert der Optionen ab, wodurch die Optionen weniger wert sind. Zudem erfordert diese Strategie eine hohe Anfangsinvestition durch das Kaufen von zwei Optionsserien.

Der Short-Straddle hat ein ungünstiges Risiko-Ertrags-Verhältnis: Der Verlust ist theoretisch unbegrenzt, während der maximale Gewinn durch die erhaltenen Optionsprämien begrenzt ist.

Risiken der Straddle-Optionsstrategie

Die Risiken eines Long Straddle sind begrenzt. Der maximale Verlust beträgt die bezahlten Prämien plus die Transaktionskosten. Der maximale Verlust eines Short Straddle ist hingegen unbegrenzt. In der Regel verwenden nur erfahrene Optionsanleger eine Short-Straddle-Strategie, um einen kurzfristig relativ stabilen Kursverlauf eines zugrundeliegenden Werts zu nutzen.

Die Informationen in diesem Artikel sind nicht als Anlageberatung gedacht und sollen keine Anlageprodukte empfehlen. Anlegen birgt Verlustrisiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren. Wir empfehlen, nur in Finanzprodukte anzulegen, die zu Ihrem Kenntnisstand und Ihrer Erfahrung passen.

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